Universitäten haben zwei Hauptaufgaben: Forschung und Ausbildung. In beiden Bereichen sind nicht nur Universitätsprofessoren tätig, sondern auch Studenten sind darin involviert.

In der Lehre gibt es verschiedene Arten von Lehrveranstaltungen und unterstützenden Veranstaltungen. Die ersten pädagogischen Erfahrungen können bereits Bachelor-Studenten und -Studentinnen gegen Ende ihres Studiums oder Master-Studenten und -Studentinnen sammeln, wenn sie ein Tutorium abhalten. Das ist ein Zusatzangebot zu besonders fordernden Lehrveranstaltungen, bei dem Studenten und Studentinnen Fragen stellen können oder Unterstützung bei der Lösung von Aufgaben erhalten. Studenten und Studentinnen des Doktoratsstudiums beteiligen sich auch sehr oft an Übungen zu einer Lehrveranstaltung. Das ist eine eigene Lehrveranstaltungskategorie, bei der Aufgaben zu einer bestimmen Vorlesung gelöst werden. Da die Gruppengröße hier auf ca. 20 Personen beschränkt ist, gibt es oft mehrere Übungsgruppen, die aber koordiniert sind.

Arbeitet man nach dem Abschluss des Doktoratsstudiums an einer Universität als sogenannter Postdoc, hängt es im Wesentlichen von den Details der Stelle ab, ob man in der Lehre involviert ist. Es gibt Stellen mit Lehrverpflichtung und ohne. Im letzteren Fall gibt es aber oft trotzdem die Möglichkeit sich freiwillig zu beteiligen. Eventuell kann man zu diesem Zeitpunkt bereits die erste eigene Vorlesung halten. Das hat einerseits den Vorteil, dass man weiterhin Kontakt mit Studenten und Studentinnen hat, andererseits kann man seine pädagogischen Fähigkeiten verbessern. Das wird für eine weitere Karriere im Forschungsbereich erwartet. An vielen Universitäten werden auch entsprechende Weiterbildungen dafür angeboten. Letztendlich ist ein entsprechender Nachweis von Lehrerfahrung auch notwendig, um sich zu habilitieren. Die Habilitation stellt die Lehrbefähigung einer Person fest. Zusätzlich zum Nachweis von didaktischen Fähigkeiten verfasst man eine Habilitationsschrift über die eigene Forschung. Die Habilitation ist Voraussetzung, um sich für Professuren im deutschsprachigen Raum zu bewerben. Erst nach Erhalt der Habilitation darf man unabhängig Lehre halten und die Abschlussarbeiten von Studenten und Studentinnen betreuen. Vorher ist dies immer nur mittels einer Ausnahmegenehmigung möglich.

Ist man Professor oder Professorin, ist man verpflichtet eine gewisse Anzahl an Stunden im Jahr zu lehren. Das Ausmaß hängt von der jeweiligen Stelle ab. In Österreich sind bis zu ca. 10 Semesterwochenstunden möglich. Im Ausland gibt es aber auch Professuren mit Fokus auf Lehre. Dann sind auch schon Mal 16 Semesterwochenstunden oder mehr möglich. Im Rahmen eines sogenannten Sabbaticals können sich Professoren und Professorinnen alle paar Jahre auch Mal für ein oder zwei Semester von der Lehre freistellen lassen, um sich voll auf die Forschung konzentrieren zu können. Dazu gehen viele auch an eine andere Forschungsstätte.

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