Obwohl Medien wie Email und Skype heutzutage nicht mehr wegzudenken sind, sind persönliche Treffen auch weiterhin sehr wichtig für die Zusammenarbeit, sei es auf Workshops oder direkt an einer Forschungsstätte. Wie viel man deswegen herumreist, hängt natürlich von verschiedenen Faktoren wie dem Vorhandensein der notwendigen Geldmittel, dem Angebot an passenden Veranstaltungen, den eigenen Vorlieben und der Projektrelevanz ab. Ob die nächste wichtige Konferenz dann in München oder in Tokio ist, ist natürlich auch Glückssache.

Konferenzen und Workshops

Für organisierte Treffen von Wissenschaftlern und Wissenschaftlerinnen gibt es viele Namen: Konferenzen, Symposien, Workshops, Schulen, Meetings. In der Physik nennt man sie meistens Konferenzen oder Workshops, welche sich hauptsächlich in der Größe unterscheiden: Von kleinen, fast schon familär anmutenden Workshops mit nur 10 Teilnehmern bis zu großen Konferenzen mit bis zu 2000 Teilnehmern.

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Auf solchen Events stellen die Physikerinnen und Physiker ihre Arbeit vor. Dafür gibt es verschiedene Möglichkeiten. Die einfachste ist eine Posterpräsentation. Dazu wird ein Poster im Format A0 erstellt, mit dessen Hilfe die Forschungsergebnisse direkt in einer Diskussion mit einer interessierten Person erklärt werden können; ein paar Beispiele gibt es hier. Solche Posterpräsentationen finden meist in einem großen Raum statt, in dem alle Teilnehmer und Teilnehmerinnen sich in lockerer Atmosphäre die für sie interessanten Poster zur Besichtigung herauspicken können. Oft ist die Anzahl so groß, dass es nicht möglich ist, alle Poster anzusehen und man muss sich vorher bereits entscheiden, bei welchen man vorbeischauen wird. Bei manchen Veranstaltungen werden auch Preise für die besten Poster vergeben. Für die Erstellung eines erfolgreichen Posters bedarf es einiges an Arbeit, um die Fragestellung, die Methodik und die Ergebnisse Personen, die vielleicht in einer ganz anderen Disziplin forschen, verständlich zu machen.

poster mix2Ein paar Beispiele von Postern. Die zugehörigen PDFs gibt es hier.

Die zweite Präsentationsmöglichkeit ist ein Vortrag. Hier kann grob zwischen einem "normalen" Vortrag und einem Plenarvortrag unterschieden werden. Letzteren gibt es auf großen Konferenzen und er dient dazu, allen Teilnehmern und Teilnehmerinnen einen Überblick über den aktuellen Stand eines bestimmten Themas zu geben. Bei Konferenzen ab einer bestimmten Größe gibt es im Gegensatz du den Plenarsessions noch Parallelsessions, bei denen mehrere Vorträge parallel stattfinden. Dann muss man sich entscheiden, welches Thema man am ehesten anhören möchte. Einen Vortrag muss man gründlich vorbereiten. Zum Beispiel muss man das Zielpublikum berücksichtigen: Wie viel muss ich von meiner Methodik erklären? Kennen alle die zugrunde liegende Physik? Auch die Länge des Vortrags muss abgestimmt werden. Als Vortragsmedium hat sich in der Physik der Beamer seit Langem etabliert. Um den Umgang mit Formeln einfacher zu machen, verwenden viele nicht Powerpoint oder Keynote sondern erzeugen eine PDF-Datei mittels Latex, einer eigenen Sprache, die ideal zum Erzeugen von Formeln ist. Einige Beispiel-Vorträge findest du hier.

Und was macht man sonst noch auf Konferenzen? Ganz wichtig sind natürlich die Diskussionen mit den Kollegen und Kolleginnen. So manches Projekt entstand aus einer Diskussion, die während einer Kaffeepause begonnen wurde. Und man sollte auch nicht den Vorteil unterschätzen, wenn man Kolleginnen und Kollegen persönlich kennenlernt und nicht nur als Namen von wissenschaftlichen Artikeln. Wie in vielen Bereichen ist Networking auch hier wichtig. Dazu bieten sich zum Beispiel auch gemeinsame Abendessen oder ein Ausflug, wie er bei längeren Konferenzen üblich ist, an.

In diesem Zusammenhang muss auch erwähnt, dass solche Veranstaltungen zum Teil oder auch ganz von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern organisiert werden: Zumindest die Sprecher und Sprecherinnen müssen eingeladen werden und ein Programm muss erstellt werden.

Kollaborationstreffen

Unter diesem Begriff kann man ein Treffen verstehen, das den Zweck hat, an einem bestimmten Projekt zu arbeiten. Es gibt große Kollaborationen, welche sich dafür einen eigenen Ort aussuchen, an dem sich alle treffen. Bei kleinen Kollaborationen, was auch nur zwei Personen sein können, besucht meist eine Person eine andere an deren Forschungsstätte. Oft wird das gleich mit einem Vortrag verbunden, damit auch alle anderen an der besuchten Forschungsstätte etwas von dem Besuch haben.

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